Neujahrsgruß 2024

11.01.2024

Liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger,

ich hoffe, Sie sind alle gut und gesund ins neue Jahr 2024 gestartet.

Der Jahreswechsel ist ein guter Anlass, um das vergangene Jahr zu reflektieren und sich die Frage zu stellen, was das neue Jahr wohl bringen wird.

Für die Gemeinde Gaukönigshofen war 2023 geprägt von umfassenden Bautätigkeiten. In Acholshausen wurden die Kanalsanierungsarbeiten fertiggestellt. Die Sanierung der Grundschule ist vorangeschritten und seit dem 13.11.2023 werden unsere Grundschülerinnen und Grundschüler wieder im Schulhaus in Gaukönigshofen unterrichtet. Die offizielle Neueinweihung mit der Gelegenheit, die Räumlichkeiten zu besichtigen, wollen wir im Frühjahr durchführen. Die Erschließungsarbeiten im Baugebiet „Hirtenpfad II“ schreiten voran. Leider hat es die ausführende Firma nicht geschafft, das Projekt bis zum Jahresende fertigzustellen. Ab Februar soll hier weitergearbeitet werden. In allen Gemeindeteilen werden im Rahmen der bayrischen Gigabitrichtlinie Glasfaserleitungen verlegt. Auch das soll im Frühjahr abgeschlossen werden. Für den Altort in Gaukönigshofen wird aktuell im Rahmen der Städtebauförderung ein sogenanntes „integriertes städtebauliches Entwicklungskonzept“ erarbeitet, das kurz vor der Fertigstellung steht. Seit Ende November sind in Gaukönigshofen wieder Flüchtlinge aus der Türkei in einer Notunterkunft im ehemaligen Café Zehnter untergebracht.

Wie in der Main-Post vom 27.12.23 und auch in sozialen Medien zu lesen war, gibt es derzeit Diskussionen über die Vorgehensweise für ein Gewerbegebiet am Klingenbach, das ist der südliche Ortsrand von Gaukönigshofen, vor der Mittelschule. Der Gemeinde wird attestiert, dass die Informationspolitik noch Potenzial böte. Diese Kritik nehme ich gerne auf. Besorgte Bürgerinnen und Bürger sammeln Unterschriften und haben eine Bürgerinitiative gegründet, um ein Gewerbegebiet an dieser Stelle um jeden Preis zu verhindern. Als offizielle Gründe werden folgende Punkte genannt:

  • Aufgrund der Lage sind die Auswirkungen der zu erwartenden Emissionen wie Lärm; Schmutz und Schadstoffausstoß vor allem für die Bewohner des Rosengartens gesundheitsschädlich.
  • Hohe, unkalkulierbare finanzielle Risiken kommen auf die Gemeinde zu und blockieren zukünftige Vorhaben.
  • Die Gemeinde begibt sich in die Hand eines Erschließungskostenträgers, schränkt dadurch ihr Mitspracherecht ein und trägt vollumfänglich das Finanzierungsrisiko.
  • Das höhere Verkehrsaufkommen bedeutet eine Gefahr für Kinder und ältere Menschen.
  • Eine unnötige weitere Flächenversiegelung soll erfolgen, obwohl nicht genutzte Gewerbeflächen vorhanden seien und auch innerorts Gewerbeentwicklung möglich ist.

Lassen Sie mich dazu bitte ein paar Dinge klarstellen.

Mit der Diskussion um den Neubau einer Veranstaltungshalle begann vor ca. zehn Jahren auch die Debatte über den einzuschlagenden Weg. Es begann daraufhin die Arbeit an einem Konzept, das eine Halle, einen Supermarkt, die Verlegung des Sportplatzes und die Bereitstellung von Flächen für ortsansässige oder ortsnahe Handwerker und Gewerbebetriebe beinhalten sollte. 2019 hat der Gemeinderat dann einen Aufstellungsbeschluss für die Fläche am Klingenbach gefasst. Ab 2020 wurden alle bekannten Supermarktanbieter kontaktiert, um ihnen die Möglichkeit zu bieten, sich bei uns niederzulassen. Leider gab es dabei nur Absagen. 

Für den Bau der Halle wurde gemeinsam mit den ortsansässigen Vereinen eine Machbarkeitsstudie erstellt, die die Möglichkeiten einer Realisierung geprüft hat. Diese hat ergeben, dass wir unseren Fokus gemeinsam mit dem Bürgerverein darauf richten, unser vorhandenes „Haus der Jugend“ zu sanieren und weiterhin die mittlerweile Kultstatus erlangten Zeltfeiern am Festplatz durchführen wollen. Hierbei soll uns insbesondere die Städtebauförderung unterstützen. Um unseren interessierten Handwerkern und Gewerbetreibenden einen belastbaren Preis für ein Grundstück zurufen zu können, hat der Gemeinderat einen Erschließungskostenträger damit beauftragt, eine Machbarkeitsstudie mit verschiedenen Varianten zu erstellen. Das Ergebnis wurde in der Dezembersitzung vorgestellt. 

Daraufhin hat der Gemeinderat die Verwaltung beauftragt, die Interessierten zu kontaktieren, um eine verbindliche Aussage zu bekommen, ob das Interesse weiter besteht und genügend Nachfrage nach Gewerbeflächen vorhanden sind. Wenn das Ergebnis vorliegt, können wir auf der Basis von belastbaren Fakten die weitere Vorgehensweise diskutieren. Bei jedem Projekt gibt es Befürworter und Gegner. Auch innerorts will nicht jeder Belebung und es gibt Kritik. Es gibt aber auch immer gute Gründe, etwas zu tun. Die sachliche Abwägung der Argumente ist hier hilfreich. Daher ein paar Sätze zu den Argumenten der Gegner: Bauvorhaben, die Lärm, Schmutz und Schadstoffe ausstoßen, sind an dieser Stelle weder genehmigungsfähig noch erwünscht. Eine Gesundheitsgefährdung von Anwohnern daher ausgeschlossen. Finanzielle Risiken trägt die Gemeinde immer. Die gewählte Vorgehensweise zeigt daher deutlich, dass erst belastbare Grundlagen ermittelt werden, bevor teure Entscheidungen getroffen werden. 

Nichtstun und Verhinderung blockieren zukünftige Vorhaben nicht Aktivität. Die Beauftragung eines Erschließungskostenträgers kann in die Lage versetzen, mit den erzielten Verkaufseinnahmen von Grundstücken die Forderungen zu begleichen, sodass keine Vorfinanzierung notwendig ist. Jede Form der Weiterentwicklung verringert nicht den Verkehr, insbesondere nicht ein Innenentwicklungskonzept. Durch die Zone 30 im Altort wird eine Verlangsamung der Verkehrsteilnehmer erreicht. Sollte das Projekt realisiert werden, wäre bereits vor dem Ortsschild eine Geschwindigkeitsbeschränkung auf 70 km/h, verbunden mit einer Querungshilfe möglich, die den einfahrenden Verkehr verlangsamt. Durch die Integration des Radweges von Wolkshausen kommend, sind Synergien möglich. Und zum Schluss verfügt die Gemeinde eben nicht über freie, erschlossene Gewerbeflächen, die sie anbieten könnte, solche sind nur im Privatbesitz und nicht zugänglich für uns. Bisherige Vermittlungsversuche waren nicht erfolgreich.

Kann man nicht das Eine tun, ohne das Andere zu lassen? Wir haben junge, kreative Macher, die ihre Start-ups in Handwerk und Dienstleistung weiterentwickeln und vergrößern wollen und das gerne bei uns! Praktikums-, Ausbildungs- und Arbeitsplätze sind nur möglich, wenn es auch Arbeitgeber gibt. Um die Zukunft erfolgreich gestalten zu können, ist es vorteilhaft, möglichst breit aufgestellt zu sein. Vielfalt schafft Attraktivität und fördert Resilienz.

In diesem Sinne wünsche ich uns allen ein interessantes, gesundes und erfolgreiches Jahr 2024! Spannende Debatten, gute Lösungen, viele Ideen und dass die guten Nachrichten die schlechten überwiegen mögen!

Herzlichst Ihr

Johannes Menth

1. Bürgermeister